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Schwimmhilfen-Tipps und Meinung einer erfahrenen Mutter

Dieser Tage bekam ich eine Mail einer Leserin. Gerne veröffentliche ich den Leserbrief einer erfahrenen Mutter zum Thema Schwimmhilfen und Schwimmflügel, der eher etwas contra ausfällt. Ich selbst habe sehr gute Erfahrungen mit Schwimmhilfen gemacht und natürlich gehe ich auch immer mit unseren Kindern ins Wasser. Weshalb der folgende Artikel nicht unbedingt meine Meinung wieder spiegelt.

Nichtsdestotrotz möchte ich dir den Leserbrief nicht vorenthalten, den ich natürlich mit Erlaubnis der Leserin hier veröffentlichen darf. Ich möchte hier auch andere Erfahrungen von Eltern hören und jede Meinung ist willkommen!

  • Was hältst du davon?
  • Du kannst unten auf der Seite in die Kommentare deine Meinung dazu schreiben.

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Meinung zu Schwimmhilfen einer MutterIch heiße Sabine T., jeder der mich kennt weiß, wie sehr ich das Schwimmen liebe. Ich habe im alter von sechs Jahren in einem Schwimmteam angefangen, mit 14 zum ersten Mal Schwimmunterricht gegeben und war drei Jahre lang Schwimmlehrerin. Für fünf Jahre war ich auch Rettungsschwimmerin. Kurzum: Ich habe so einige Zeit an Schwimmbecken verbracht.

Ich halte das Schwimmen für ein riesiges Geschenk, das ich von meinen Eltern erhalten habe. Es ist meine Form der Meditation und mein Sport, der mich bis ins Erwachsenenalter gebracht hat, über zwei Schwangerschaften und über die Reha nach einer Knieoperation. Und ich will dieses Geschenk mit Sicherheit auch an meine Kinder weitergeben.

Im Sommer ist das Schwimmen unsere Hauptbeschäftigung. Am Wochenende waren wir erstmals wieder im Erlebnisbad, das wohl unser Wochenendziel für den restlichen Sommer abgeben wird. Nichts macht mich glücklicher, als meine Liebe zum Wasser mit meinen Kindern zu teilen (okay, abgesehen vielleicht vom gemeinsamen Skifahren, aber dafür ist es nicht die Jahreszeit).

Es frustriert mich allerdings, zu sehen, wie manche andere Eltern aus der Gegend ihre Kinder ans Schwimmen heranführen. Genauer gesagt, wenn die Leute ihre Kinder in Rettungswesten stecken und in Badeanzüge mit eingebauten Schwimmern oder Schwimmflügeln stecken.

An allen Pools, an denen ich gearbeitet habe, waren Schwimmhilfen an Kindern streng verboten!

Und es gibt einen guten Grund für diese Regel: Kinder in Schwimmhilfen zu stecken, verleiht ihnen ein falsches Sicherheitsgefühl im Wasser. Sie glauben, sie könnten schwimmen, und erlernen nicht den nötigen Respekt vor dem Wasser. Zudem lernen sie die falsche Körperhaltung im Wasser.

Gestern sah ich eine Frau, die ihr zweijähriges Kind in eine Rettungsweste und Schwimmflügel gesteckt hat. Die Frau war zwar im Wasser, stand aber einen knappen Meter von ihrer Tochter entfernt und sagte: „Schau, du kannst schwimmen!“
Ich sehe also, wie eine Zweijährige falsches Selbstvertrauen entwickelt, das tödlich enden könnte, wenn sie auf eine Wasserfläche stößt und gerade kein Erwachsener zusieht.

Meinung zu Schwimmhilfen einer MutterWas mich auch wahnsinnig macht, ist, dass dieselben Eltern, die ihre Kinder in Schwimmhilfen stecken, dann oft neben dem Becken sitzen und von Weitem zusehen, oft sogar in ein Gespräch oder ein Buch vertieft.

Die erste Regel, um Ihren Kinder das Schwimmen beizubringen:

  • GEHEN SIE MIT INS WASSER!

Nichts kann die Aufsicht Erwachsener ersetzen. Niemals! Halten Sie die Schwimmhilfen von Ihren Kindern FERN, gehen Sie selbst ins Wasser und halten Sie sie. Zeigen Sie Ihnen die richtigen Beinbewegungen, wie man Luftblasen macht, wie man den Atem anhält und die Arme bewegt. So einfach ist es. Diese einfachen Fertigkeiten könnten zwar einige Zeit in Anspruch nehmen, aber darum dreht sich alles.

Üben Sie mit Ihnen auch, wie man sich am Rand festhält, wie man sich mit den Beinen in seichteres Wasser durchschlägt, und wie sie von alleine wieder herauskommen (ganz recht, ohne von den Eltern in die richtige Richtung gestoßen zu werden). Mein Ziel ist es, sicherzustellen, dass meine Kinder nicht in Panik geraten, wenn sie versehentlich in einen Pool fallen, dass sie sich umdrehen, nach dem Beckenrand greifen und herausklettern können. Ich trichtere Ihnen auch ein, dass sie nicht ohne mich ins Wasser gehen sollen. Und Punkt. Mein fast vierjähriges Kind wartet stets geduldig am Treppchen, bis ich ins Becken komme.

Ich halte es auch für wichtig, reinzugehen und selbst mit den Kindern zu schwimmen. Lassen Sie Ihre Haare nass werden. Tragen Sie eine Schwimmbrille und halten Sie ein Unterwasser-Teekränzchen ab. Schwimmen Sie wie eine Meerjungfrau. Gestern war ich im Schwimmbad die meiste Zeit über der einzige Elternteil im Wasser. Viele Frauen wollen nicht, dass ihr Haar nass oder ihr Make-up ruiniert wird. Mein Rat an Sie: Finden Sie sich damit ab! Es macht viel mehr Spaß, einfach komplett hineinzuspringen, als sich Sorgen um jeden Wasserspritzer zu machen, der irgendetwas ruinieren könnte. Ich glaube, meine Kinder lernen gerade deshalb, das Wasser zu respektieren und zu genießen, weil sie sehen, dass ich es auch tue.

Was sollten Sie also mit Ihren Kindern im Wasser anfangen?

Wenn sie noch jung sind, geht es einfach um Fantasie und Spiel. Spielen Sie mit Luftbläschen (tauchen Sie alle unter und stoßen Luftblasen aus), halten Sie Teekränzchen ab, gehen Sie auf Löwenjagd (bzw. Ihr eigenes Lieblingstier; überwinden Sie auf Ihrem Abenteuer Hindernisse wie Treibsand, Bodenlöcher, Wasserfälle, etc.), spielen Sie Fangen. Ich kaufe meinen Kindern jedes Jahr supercooles Poolspielzeug (das meiste davon scheint gegen Ende des Sommers ohnehin spurlos verschwunden). Wir haben einen Hai, Tauchringe, ein Kickboard, eine Meehrjungfrauenflosse, etc. Das Kickboard darf nur unter meiner Aufsicht verwendet werden. Es ist keine Schwimmhilfe! Ich kaufe meinen Kindern nichts Aufblasbares außer einem Wasserball. Nur der Ball ist noch einigermaßen akzeptabel. Um sich über Wasser zu halten, müssen sie sich auf mich oder sich selbst verlassen.

Auch gute Schwimmbrillen machen viel aus!

Gute Schwimmbrillen machen viel aus!Ich meine, die Marke Finis am besten dicht zu halten. Schwimmbrillen vermeiden das unangenehme Gefühl von Wasser in den Augen und helfen dabei, sich unter Wasser auch mit offenen Augen wohlzufühlen.

Und noch ein kleiner Rat, der nichts mit Sicherheit zu tun hat. Falls Sie eine Tochter haben, die Ihr langes Haar so liebt wie meine, sehen Sie sich nach UltraSwim Shampoo um. Als ich mit sieben Jahren im Schwimmteam war, musste ich am Ende des Sommers meine langen Haare über den Ohren abschneiden, da das Haar grün, trocken und spröde geworden war. Achten Sie darauf, dass Ihre Tochter ihr Haar nach jedem Ausflug ins Becken mit Ultra Swim wäscht. Auch eine Badekappe ist hilfreich, da viel Schaden durch die Reibung des Wassers am Haar verursacht wird.

Soviel zu meinen Ratschlägen. Und damit das auch gesagt ist: Ich besitze Schwimmwesten für meine Kinder, aber die sind streng für unsere Ausflüge zum See oder ans Meer gedacht, wo Wellen oder plötzliche Sandlöcher die Kinder unter Wasser ziehen könnten. Im Becken tragen Sie grundsätzlich keine Schwimmhilfen.

Nach drei Stunden im Schwimmbecken habe ich meinen Kindern gestern einen Rettungsschwimmertrick beigebracht: Wenn Sie nach langer Zeit im Wasser frösteln, gibt NICHTS, das sich so gut anfühlt, wie sich auf den heißen Zement zu legen. NICHTS! Gestern hatte ich einen besonderen Moment, als wir gerade zu dritt auf der Poolterrasse lagen. Ich strahlte einfach vor mich hin und wusste, dass die Tradition des Schwimmens in diesen beiden Kleinen weiterleben wird.


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